Deutsch (DE-CH-AT)
Wir haben 6 Gäste online
Schlossnachrichten
PDF Drucken E-Mail
 

Wilhelm Busch ist nicht nur Max und Moritz

 

"Es wohnen die hohen Gedanken in einem hohen Haus, es klopfte und immer hieß es, die Herrschaft ist aus", so oder in ähnlicher Weise lauten eher unbekannte Werke des Dichters. Für einige Zeit hatte er nämlich darauf verzichtet, lustige Bildgeschichten zu zeichnen und widmete sich überwiegend ernsten literarischen Texten wie der "Kritik des Herzens" (1874). Damit wollte sich Busch seiner Leserschaft von einer ganz anderen Seite zeigen - und die hat kürzlich dem geneigten Publikum im Schloss auch Titus Meusel aus Chemnitz nahe gebracht. Bei dessen Vortrag ging es weniger um das Zitieren von Busch, sondern um das Erkennen ganz neuer Facetten des Dichters und letztlich auch um ein gutes Stück neuer Leselust. Dass es dabei gerade Busch war, mag an der Zeitlosigkeit seiner Verse liegen. Da sind eben nicht nur Hans Huckebein - der Unglücksrabe oder die fromme Helene, sondern auch "Schein und Sein", ein posthum erschienenes Werk, und "Zu guter Letzt" von 1904, was bei den Zuhörern von Meusel´s Vortrag durchaus Nachdenklichkeit aufkommen lies. Verbunden damit natürlich auch Einsichten zur Wirkung von Busch´s Arbeiten, denke man nur an das Gedicht vom bewaffneten Frieden, das in der DDR schlicht und einfach gern als Argument für militärische Aufrüstung genommen wurde. Mit dem Vortrag von Titus Meusel jedenfalls kam wieder einmal ein schönes Stück literarische Kultur in den Barocksaal, der bis auf wenige freie Plätze gut besetzt war. "Hat der Mensch ein helles Wesen, wird er auch gern Bücher lesen" - das haben, frei nach Busch, die Besucher jedenfalls sicher mitgenommen.
  
 
  
 
  

Fotos mit Sprache

Eröffnet wurde im Mai eine
Fotoausstellung des Wiltheners
Haiko Spottke. Der sagt über
seine Arbeit, dass 12 wirklich
excellente Bilder im Jahr ein gutes 
Ergebnis sind. Solche Fotos 
versieht er mit einprägsamen
Worten für jedermann. Das macht
quasi ein Hineinschauen möglich
und schärft unaufdringlich
Aussagen.Spottkes Werke, die
über den Sommer in der
Barocketage ausgestellt werden,
zeigen Natur, Impressionen aus
den USA, Menschenbilder, Lausitz 
und lassen vor allem Raum für
eigene Interpretationen. Freude
am Anschauen ist hier Programm.
 
  
 

Kurzgeschichten von Heinz Eggert - über 100 Besucher erlebten dabei auch ein Stück Lebensweisheit

 

Als Mensch und Minister hat Heinz Eggert viel erlebt und als beflissener Autor aufgeschrieben. Deshalb gibt es von ihm Kurzgeschichten, die er im Mai vor über 100 Zuhöreren im Renaissancesaal vortrug. Dabei ging es darum, dass Kleider Leute machen, um reiche Aussteiger, süße Rache oder auch tiefe Blicke. Das Bemerkenswerte an seinen Erzählungen ist hier immer die Pointe, die irgendwo stets ein Stück Gelassenheit vermittelt. Das hat seinen Ursprung, denn der ehemalige Oybiner Pfarrer, Bürgerrechtler und Politiker kennt viele Licht- und Schattenseiten des Lebens. Etwa wenn sich einige seiner Geschichten um das Thema Altern, psychische  Krankheiten und Sterben drehen. Im  Schloss hat er aber auch über ministerielle Reisen nach Albanien berichtet oder über die schwierigen Wege einst als DDR-Bürger nach Polen zu kommen. Ein Stückchen Weisheit als kleinster gemeinsamer Nenner schwebte bei so vielen Erlebnissen mit. Dass der Politiker Heinz Eggert über seine eigene Karriere als Innenminister mit Humor, aber auch einem Stück kritischer Nachdenklichkeit reflektieren kann, bewies zum Schluss der Veranstaltung die Geschichte vom kleinen König, der sich in Dresden an der Elbe zum Spaziergang einfindet. Alles in allem: eine wirklich gelungene Lesung, die mit der von Erika Haufe dargebotenen Musik noch zusätzliche Impulse bekam. 


  
 
  
 
  

Konzert der Extraklasse

Einen solchen Andrang 
der Musikfreunde hatte 
das Schloss in seiner 
jüngeren Geschichte noch
nicht gesehen. Zum Konzert
der Geschwister Hentrich im März
kamen rund 140 Besucher. Für sie
reichten die Plätze im 
Barocksaal nicht aus. Das Trio,
bestehend aus dem Dresdner
Philharmonie-Konzertmeister
Wolfgang, seinem Bruder
Bernhard, Spezialist für alte
Musik, und Musiklehrerin Bettina
überzeugte nicht nur mit
Werken von Haydn. Pichl und
Antonii, sondern auch mit
Kindheitsgeschichten, die sie 
mit ihrem Strahwalder Großvater
verbinden. 
 

 
  
 
 

Linde zeichnet Zuversicht

Auf dem Schlossgelände
gibt es ein gutes Zeichen
mehr. Zu  den Klängen des
Bläserchores der Herrnhuter
Brüdergemeine und im Beisein
von zahlreichen Mitgliedern
des Schlossvereins wurde eine
Winterlinde gepflanzt. Geliefert
hat sie die Leutersdorfer
Baumschule. Zwei Vereinsmitglieder
-  Sigrid und Klaus-Dieter Kothe -
setzten sich als ehemalige
Mitarbeiter dort für Sponsoring
ein. Winterlinden können
bis zu 40 Meter hoch und rund
1000 Jahre alt werden. Sie sind
für das Jahr 2016 von einer
deutschen Stiftung zum Baum
des Jahres erklärt worden.
 
  

Moderner Klassiker aus Dresden im Schloss  

 

Bis Ende Oktober 2015 präsentierte das Schloss Bilder des Malers Günter Hein. Es waren Werke in Öl und in Mischtechnik  sowie Aquarelle und Guachen. Dabei konnte man in den von barockem Weiß bestimmten Räumen des ehemaligen Herrenhauses expressiv aufgebaute Bildstrukturen sehr schön betrachten, deren Inhalte volle Farbigkeit bestimmte.  „Heins Bilderkompositionen stellen sich zutiefst feierlich dar. In ihnen wohnt sehr viel Schweres, Nachdenkliches aber auch unendlich viel Malerisches“, schrieben Kritiker über ihn. Der Künstler, der unserem Schloss die Ehre gab, gehört deshalb nicht zu den einfachen und gefälligen Vertretern seiner Zunft. Zu seinen künstlerischen Vorbildern zählen Rembrandt, Vermeer van Delft, van Gogh, die belgischen Klassiker sowie Carl Hofer, Otto Mueller und Wilhelm Lachnit aus Deutschland. Günter Hein wurde 1947 in Badersleben bei Halberstadt geboren. Nach der Lehre als Dekorationsmaler und Tätigkeit als Theatermaler studierte er an der Fachschule für Theatermalerei in Dresden und an der Hochschule für bildende Künste. Hein lebte bis 1997 in Dresden und danach bis heute in Nentmannsdorf in der Sächsischen Schweiz.


  
 
  

Zeitreise im Sommer – Reformatorinnen in der Oberlausitz zu Besuch

Im August luden wir ein zur Wanderausstellung „Frauen der Reformation in der Region“. Sie zeigte zwölf verschiedene Frauen aus Sachsen. Sie waren sozusagen für vier Wochen zu Besuch in unserer schönen Gegend. Ausstellungstafeln führten in die Lebensbedingungen von Frauen in der bewegten Zeit des 16. Jahrhunderts ein. Rund 200 Gäste sahen in der Barocketage des Schlosses eine Präsentation, die an Aktualität nichts verloren hat und inzwischen weiter nach Sachsen-Anhalt auf die Reise gegangen ist. 

 

  
 
 

Mit Flöte und Trommel

Wieder einmal ein Konzert
der Superlative gab es im
Juni. Es musizierten
Sabine Kittel, Soloflötistin
der Sächsischen
Staatskapelle Dresden und
Jörg Ritter von der Hochschule
für Musik Carl Maria von Weber
Dresden. Beide liessen 
bei "bach & bumm !"
Bachs erste Suite für Flöte
sowie seine sechste Suite in
einem großartigen
Zusammenspiel sanfter
Flötentöne und jazziger
Schlagzeugimprovisationen
neu erklingen.
             
 
  

Das Zinzendorf-Gymnasium zu Besuch im Schloss

Wie jedes Jahr fand vom 16. bis 18. Juni 2015 das Schlossprojekt der 10. Klassenstufe des Zinzendorf-Gymnasiums im Berthelsdorfer Zinzendorf-Schloss statt. Unter der Fragestellung „Wie viel ist der Frieden uns noch wert? – Krieg als Mittel der Politik?! gab es vier verschiedene Workshops, in denen sich die Schüler intensiv mit dem Thema auseinandersetzten. Je nach Interesse konnten die Schülerinnen und Schüler zwischen der Friedensbewegung in den 1980er Jahren, der Auseinandersetzung mit aktuellen Konflikten, der christlichen Friedensethik oder dem emotionalen Ausdruck des Themas im Tanz wählen. Die wundervoll sanierten Räume boten dafür das passende Ambiente.

Jeden Morgen wurden wir von Pfarrer Taesler im großen Festsaal begrüßt. Nach einer zum Nachdenken anregenden Andacht begann unsere Arbeit.

Besonders beeindruckte uns die sichtbare Veränderung der Schlossanlage, die ohne den Freundeskreis des Zinzendorf-Schloss Berthelsdorf e.V. nicht möglich gewesen wäre.

Das Schloss als außerschulischen Lernort schätzten die Schülerinnen und Schüler und schnell fühlten sie sich sehr wohl. Wir danken für die große Gastfreundschaft und freuen uns auf das nächste Schlossprojekt 2016.

Maria Biedermann

  
 
  

Berthelsdorfer Schlossgeschichten

Eine Buchpremiere der besonderen Art gab es im Mai. Autor und Schlossvereinsmitglied Andreas Herrmann präsentierte die "Berthelsdorfer Schlossgeschichten" - eine Publikation, in der Zeitzeugen zu Wort kommen, die im Schloss lebten oder hier arbeiteten. Ihre Geschichten sowie Fotos geben dabei auch ein Stück DDR-Agrargeschichte anschaulich wieder. Erstmalig kommt eine Generation zu Wort, die in der Periode des Verfalls des Schlosses Zinzendorfs und der Nutzung als staatliches Volksgut „Thomas Müntzer“ lebte.

Das Vermächtnis der Zeitzeugen ist geprägt von den Erfahrungen der letzten Tage des Hitlerreiches und der DDR bis zur friedlichen Revolution 1989. Gleichzeitig stehen sie für eine Generation von Bauern und Landarbeitern, die auf ehemaligen Schlössern und Adelssitzen Erlebnisse und Erfahrungen hatten, die sich in ähnlicher Weise an vielen anderen Orten der DDR zutrugen.

In den Berthelsdorfer Schlossgeschichten ist es so, als begegneten sich für Momente Vergangenheit und gute Gewohnheiten mit den modernen Errungenschaften der hinzugewonnenen Demokratie, die den heutigen Wiederaufbau des historischen Anwesens möglich macht.

Das Buch kann zum Preis von 12, 95 Euro im Schloss erworben werden.

  
 
  

Missionar in Afrika - Steinmann liest Meier

Briefe, Berichte und Bilder des "Schweizer Herrnhuters"  und Missionars Konrad Meier   (1867-1931) brachte uns  Vorstandsmitglied Heiner Steinmann auf sehr originelle    Weise näher. Neben der Lebensgeschichte des Konrad Meier war es auch das darstellerische Talent  unseres Vereinsmitglieds, welches das Wirken des Tansania-Missionars noch einmal sehr  lebendig werden ließ: Im Jahr 1897 hatte sich ein   junger Mann auf den Weg nach Ostafrika  gemacht, um  im Dienst der Herrnhuter Brüdergemeine den christlichen Glauben zu verbreiten.  Zu seinem Wirken gehörte neben der  Missionstätigkeit auch der Aufbau einer lokalen  Schule und einer medizinischen Notfallstation.  Er bezahlte einen hohen Preis für seinen  Einsatz. Seine erste Frau und sein erstes Kind  starben kurz nacheinander an einer tropischen  Krankheit.

Der Herausgeber des Buches, Hans Baer, hat in  jahrelangen Recherchen die Briefe und Bilder  von  Konrad Meier gesammelt, viele  Originaltexte  transkribiert und das Material zu  einem dokumentarischen Werk  zusammengefügt. Pfarrer Samuel Preiswerk, der  Jahrzehnte später in Tansania tätig war, hat  eine Einführung geschrieben, in der er den Bogen zur Gegenwart schlägt. Der Lektor Heiner  Steinmann, dessen Urgroßvater als Reiseprediger der Herrnhuter in Estland wirkte, ist in der  Schweiz aufgewachsen. Dort traf er Konrad Meiers jüngste Tochter in der  Zürcher Sozietät der  Herrnhuter.  

Das Buch ist im Handel fast vergriffen. Wer es haben möchte, kann sich gern mit Heiner  Steinmann in Forst in Verbindung setzen.
  
 
  
 

Sparkassenscheck

für alten Speicher

Freuen kann sich der
Schlossverein über einen
Scheck in Höhe von 20.000
Euro.Wir bedanken uns dafür
bei der Sparkasse
Oberlausitz-Niederschlesien.
Während einer kleinen
Festveranstaltung würdigte
deren Vorstandsvorsitzender
Michael Bräuer das
langfristige Engagement 
des Schlossvereins beim
Wiederaufbau. Pfarrer
Andreas Taesler gab als
Vereinsvorsitzender seiner
Hoffnung Ausdruck, dass es
möglich sein wird noch mehr
Leben in das frühere Anwesen
Zinzendorfs zu bringen. Dabei
spiele der alte Speicher mit
dem historischen Kuhstall
eine Schlüsselrolle.   
 
  

Bummel durch Europa mit Mark-Twain

Dieser US-amerikanische Schriftsteller (1835 – 1910) ist vor allem als Autor der Bücher über die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn bekannt. Im 19. Jahrhundert bereiste er mehrmals Europa. Rund 30 Gäste liessen sich im Schloss von diesem wunderbaren, humorvollen und sarkastischen Schriftsteller auf eine Reise durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien mitnehmen. Eine Truppe "Mark-Twain-Begeisterter" aus Zittau gestaltete diesen literarischen und musikalischen Streifzug durch Europa und machte den Abend zu einem tollen Erlebnis.

  

Ältere Nachrichten, Informationen und Bilder gibt es unter Schlossbrief und bei Presse.