1721 1722 1736 1945 heute
Mit der Ausweisung Zinzendorfs aus Sachsen
beginnt auch für das Berthelsdorfer Schloss eine längere
Ruhepause.
Zinzendorf wandert mit seiner "Pilgergemeinde"
durch die zerteilten deutschen Länder, hält sich
längere Zeit in der Wetterau/Oberhessen auf (Ronneburg,
Marienborn, Herrnhaag), besucht zweimal Amerika und reist,
dichtet und streitet ansonsten viel. Erst in den 1750er Jahren
kehrt er endgültig wieder nach Herrnhut/Berthelsdorf
zurück.
Bereits 1732 überträgt Graf Zinzendorf formal das Gut Berthelsdorf
an seine Frau Erdmuth Dorothea.
Auch nach seinem Tod gehört es noch längere Zeit
seiner Familie. Später wird es an die Brüder-Unität
übereignet. Die nutzt die Gebäude ab 1793 als Sitz
der Unitätsältestenkonferenz (Kirchenleitung). 1913 zieht diese jedoch in den Vogtshof nach Herrnhut und
im Schloss verbleibt nur noch die Forstverwaltung der Brüder-Unität.
Die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 bringt
auch radikale Veränderungen für Schloss Berthelsdorf
mit sich. Das gesamte Gut wird dem Remonteamt (Pferdezucht)
der deutschen Wehrmacht angegliedert. Das Herrenhaus wird
wohl noch bis 1945 als Wohnhaus genutzt, aber die Brüder-Unität
ist nicht mehr Eigentümerin des Areals.